warum das nicht gehen sollte, hier ein paar gründe:
- wegen des user generated contents, der sich eventuell kritisch mit der marke auseinandersetzt
- wegen des community umfelds, in dem angeblich werbung vom nutzer nicht akzeptiert wird
- wegen blindheit der communitynutzer, weil banner und co einfach ausgeblendet werden
und was weiß ich...ich denke, dass ist eine frage des 'wie man wirbt' und das in communities für werbetreibende dinge möglich werden, die man sich schon lange erträumt hat, oder erträumen sollte, wenn man zum ziel hat menschen nachhaltig für seine marke zu begeistern.
wenn ich die schlagzeilen lese, die gerade durchs dorf getrieben werden a la 'monetarisierung web 2.0 durch werbung nicht möglich', dann stellen sich mir die nackenhaare auf, ein schritt vor und dann angst bekommen und 5 schritte zurück wackeln: sudivz und wer-kennt-wen werden als paradebeispiele genannt....und damit aus die maus, vielleicht muss das auch so sein, damit am ende endlich was gutes rauskommt?
die erste kampagne, die ich mitbetreuen durfte auf plattformseite, bei der ich dachte, wow, genau so...war im jahr 2002 von joschka fischer. das waren fast obama ansätze. joschka fischer hat ein user profil bekommen, nutzer konnten ihm per mail und sms fragen stellen und er hat geantwortet (seine helfer in seinem namen). man hat also sms bekommen a la 'ja, ich bin für die legalisierung von haschisch' dein joschka. die community nutzer waren begeistert: da tritt jemand mit mir in dialog über ein medium, in einem umfeld, in dem ich mich zuhause fühle. der redet auf augenhöhe mit mir, respekt!! die kampagne war auch zahlenmäßig ein erfolg, clicks, response rate etc....joschka hat auch im wahlkampf prozentpunkte gewonnen:)
nachdem wir damals auch erstmal viele dinge ausprobiert haben und in genügend sackgassen gelaufen sind: also 3 pop up's übereinander geschaltet, den werbefensterschließen button fast unsichtbar gemacht haben, haben wir langsam verstanden, dass wir andere konzepte anbieten müssen. wir haben es user-layer-marketing genannt.
nutze die selbstdarstellungstools & kommunikationskanäle der community, erzähl interessante geschichten, unterhalte, tritt in direkten kontakt mit den nutzern. ein beispiel: ein markenartikler aus der kosmetikbranche wollte zwecks imagesteigerung eine party auf ibiza ausrichten und tickets verlosen...aber anstatt irgendwelche klassischen online werbemittel zu schalten, oder eine verlosung im redaktionellen teil zu veranstalten, haben sie es anders gemacht. eine mitarbeiterin legte ein nutzerprofil zur aktion an und fragte im chat, wer lust auf die party hätte, sie hat eine freikarte zu vergeben. das gleiche machte sie bei ein paar ausgewählten multiplikatoren im gästebuch und, und, und. stark verkürzt: die mitarbeiterin/marke konnte sich nicht mehr retten vor feierwilligen und freundesanfragen.the cmon's haben es ähnlich gemacht.
natürlich ist es nicht leicht: agenturen müssen überzeugt werden und wenn die nicht wollen bzw. können, dann muss man die markenartikler direkt ansprechen und man muss inhouse jemand haben, der solche konzepte entwickelt und auch umsetzen kann. aber ich freue mich immer sehr, wenn ich von solchen kampagnen erfahre, wie jetzt gerade von der otto kampagne auf gutefrage.net. otto hat ein nutzerprofil und stellt den nutzern folgende frage: wer hat den besten weihnachtstipp? die nutzer antworten und geben otto bestnoten, als fragesteller:)
hier die kampagne:
http://www.gutefrage.net/weihnachts-tipp
http://www.gutefrage.net/nutzer/OTTO
danke melanie fürs bescheid geben, ich mag mehr solcher guten beispiele hören
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